Hallo Laubfrsche !

 

Hier findet Ihr Bilder von mehrtägigen Freizeiten, bei denen Ihr dabei wart. Viel Spaß beim Stöbern...!!!

Übrigens: die Fotos könnt Ihr vergrößern, indem Ihr drauf klickt...

 

Nach zwei Jahren Pause ist es nun endlich wieder soweit: die Laubfrsche fahren zusammen auf Freizeit, dieses mal gemeinsam mit den Buntspechten aus Niederselters. Unser Ziel: der Hildegar­dishof in Waldernbach im Westerwald.

 

Es ist Freitag, der 28. Mai 2010, spä­ter Nachmittag. Die Zimmer sind bezo­gen, draußen lacht die Sonne – also nix wie raus und toben. Juhuuuuu...

 

Das Gelände rund um den Hilde­gardishof bietet viiiiiiiiiiiiiel Platz zum Spielen, zum Schauen, zum Ent­decken...

 

 

Letzte Lagebespre­chung – und dann kann’s losgehen.

 

 

Feuer hat auf die Menschen in allen Stufen der Entwicklungsgeschichte eine faszi­nierende Anziehungskraft ausgeübt. Und so darf natürlich auch am Hildegardishof das abendliche Lagerfeuer nicht fehlen.

Was braucht man dazu? Zunächst mal: Holz. Und das gibt’s im angrenzenden Wald in Hülle und Fülle – schließlich hat Xynthia Ende Febru­ar für reichlich umgeknickte Bäume und abge­bro­chene Äste gesorgt.

 

 

Und anzünden muß das Feuer natürlich auch noch jemand.

 

Der Rest ergibt sich dann von alleine...

Der moderne Gourmet ergötzt sich heutzutage an gegrillten Marshmallows oder – noch delikater – an gegrillten Gummibärchen. Spitzenköche empfehlen sogar, das eine mit dem anderen zu füllen. Ein unübertreffliches Gaumenerlebnis!

 

 

Samstag, 29. Mai

 

Wieder bestes Frühlings-Wetter, und das Frühstück kann gar nicht schnell genug vorüber gehen. Und dann nix wie raus. In den Westerwälder Höhenlagen ist es zwar noch etwas frisch, aber angesichts der vielen AGs, die die Betreuer vorbereitet haben, ist dieser Umstand eigentlich nicht von Belang.

Mit Karola gehen wir an den nahen Bach, um zu untersuchen, was dort so alles kreucht und fleucht. Im Gepäck: Erfassungsbögen, Becherlupen, Bestimmungsbücher, Kescher, Dosen...

Was wir vorher nicht geahnt haben: die Wiese ist übersät mit Breitblättrigem Knabenkraut, einer Orchideenart. Diese ist zwar nicht besonders selten, aber dennoch geschützt, wie alle Orchideen; also wird der Weg zum Bach im Gänsemarsch zurückgelegt, um die wertvollen Pflanzen nicht zu beschädigen.

 

Unterwegs wartet noch ein Frosch darauf, von allen wohlwollend be­gutachtet zu werden.

Es dauert nicht lang, bis der Bach seine Geheimnisse preisgibt: Würmer, Schnecken, Köcher- und Eintagsfliegenlarven, Bachflohkrebse...

Eine Libellenlarve

keine Ahnung...

Eine Schlammfliege

 

Das Highlight des Tages ist jedoch der Fund eines Pferde-Egels, eines kleineren Verwandten des medizinischen Blut­egels. Der Pferde-Egel ist kein Blutsauger, da er es wegen der geringen Größe seiner Kiefer nicht schafft, die mensch­liche Haut zu durchbohren; er ernährt sich räuberisch von Schnecken und Würmern und wird mehrere Jahre alt.

 

Nach dem Bach nun die Wiese. Was werden wir hier wohl alles finden?

Karola hat zwei Tafeln mit Löchern vorbereitet. Mit der einen Tafel sollen Blüten gesammelt werden, mit der anderen die dazugehörigen Blätter. Hinterher wollen wir dann versuchen, die Blü­ten den passenden Blättern zuzuordnen.

Natürlich werden von den Orchideen weder Blüten noch Blätter abgerupft, auch wenn sie hier auf der Wiese recht zahlreich vertreten sind.

Das Breitblättrige Knabenkraut

Das Bach- und Wiesenfor­scherteam und seine Ausbeute

Hier nur ein paar wenige der gefundenen Pflanzenarten:

Mädesüß, Frauenmantel, Spitzwegerich, Margerite, Kuckucks-Lichtnelke, Wiesen-Pippau, Ha­senbrot, Scharfer Hahnenfuß, Kriechender Günsel, Sumpf-Simse, Wiesen-Bocksbart, Wiesen-Schafgarbe, Wiesen-Kerbel, Klappertopf, Großer und Kleiner Wiesenknopf usw. usw.

 

 

Währenddessen vor dem Haus:

Tina demonstriert, wie aus Fichtenzapfen, Moos, Rinde, Steinchen, Zweigen und ähnlichen Dingen eine Landschaft im Glas entsteht:

 

 

 

Das bereitet auch den größeren Kindern viel Freude...

 

Und Marion versammelt eine Schar handwerklich begabter Nachwuchstalente um sich, die aus Schnüren, Ästen, Holzperlen, Schneckenhäusern und anderen Naturmaterialien dekorative Rah­men und Mobiles herstellen.

 

Unter der fachkundigen Anleitung der Camberger Antwort auf Miraculix wird die wichtigste Zutat für eine Spitzwegerich-Heilsalbe gesucht: Spitzwegerich. Lange, schmale Blätter mit annähernd parallelen Nerven – so etwas ist für jedermann leicht zu erkennen. Und die Wiesen rund ums Haus sind voll davon; da kommt schnell mehr zusammen, als eigentlich für die Salbe notwendig ist.

 

 

Genau zweieinhalb Finger hoch muß Öl in den Topf – und kein Tropfen mehr!

Unter andächtigem Schweigen der Druiden-Lehrlinge wird noch der Wirkzauber über das Grün gesprochen, bevor schließlich der Kessel angeheizt wird (der jedoch – moderne Zeiten – heute nicht mehr aus Kupfer, sondern aus Edel­stahl besteht).

Zum Schluß wird das Gebräu in gut verschließbare Taschenapotheken ab­gefüllt, die zum Abkühlen in den Schatten gestellt werden.

 

 

Nach all der Plackerei ist es nun aber auch mal an der Zeit, an das leibliche Wohlbefinden einige Gedanken zu verschwenden. Inge, Karo­la und Thomas bereiten bergeweise Gemüse-Ecken und Obst-Spießchen zu.

 

Nach der offiziellen Freigabe zum Verzehr verschwinden die leckeren Sachen aber so schnell in den ausgehungerten Buntspechten und Laubfröschen, daß selbst mancher Betreuer leer ausgeht.

 

 

 

 

Die Gelegenheit ist günstig, alle Beteiligten an einem Ort zu versammeln,

 

 

 

 

 

bevor alle sich wieder in größeren

 

 

oder kleineren Grüpp­chen auflösen.

Diese Art der Fortbewegung ist unter den gegebenen Umständen eindeutig die mit dem größten ökonomischen und ökologischen Nutzen – zumindest aus Antonias Sicht...

 

 

Die Entstehung eines Kunstwerks:

Ein Natur-Mandala soll hier geschaffen werden. Auch dazu kann alles verwendet werden, was ringsum in den Wäldern, auf den Wiesen und unter den Bäumen zu finden ist. Und natürlich will ein solches Mandala auch sorgfältig geplant sein. Zu diesem Zweck hat Cornelia die passende Fachliteratur mitgebracht, die von den Künstlerinnen ausgiebig studiert und diskutiert wird.

 

 

Aller Anfang ist bescheiden – ein einfacher Kreis aus Fichten­zapfen und Steinen:

Doch nach und nach entfaltet sich mit Hilfe von Blüten, Blättern, Rindenstücken, Zweigen und anderen Fundstücken ein Kunstwerk, das hohen Ansprüchen gewach­sen ist – aber nicht für die Ewigkeit gemacht ist.

 

 

Die Künstlerinnen Inga und Vivienne mit ihrem einzigartigen Werk:

 

 

Die Vernissage:

Kunst, Wissenschaft, Medizin und Handwerk sind nicht nur um ihrer selbst willen da – auch an­dere sollen daran teilhaben. Und so werden die geschaffenen Werke, die gesammelten Erkennt­nisse und die medizinischen Errungenschaften feierlich der Öffentlichkeit präsentiert.

 

 

Ein langer Tag neigt sich seinem Ende zu. Zeit für das abendliche Ritual: Feuer machen. Heute stehen gegrillte Würstchen auf dem Menu, hinterher wird Stockbrot bereitet; zu diesem Zweck wurden schon den ganzen Tag über Stöcke gesammelt, ihrer Rinde entledigt und mit einer Spitze versehen. Für den Beilagensalat wurden sogar eigens einige Gabeln geschnitzt, die von ihren EigentümerInnen nicht mehr aus den Augen gelassen wurden (da Einzelanfertigungen).

 

 

Paula Bocuse, Johanna Lafer und Tina Mälzer bei der Live-Show…

 

Den Abschluß des Abends bildet die Nachtwanderung, die jedoch aufgrund des einsetzenden Regens ein vorzeitiges Ende findet. So ist es uns auch leider nicht vergönnt, einen Blick auf die Sterne, Sternbilder und Planeten zu werfen.

Anzumerken bleibt, daß die darauffolgende Nacht einen wesentlich ruhigeren Verlauf nimmt als die Nacht zuvor...

 

 

Sonntag, 30. Mai

’Am 30. Mai ist alles vorbei’ heißt es in einem Lied von Udo Lindenberg. Und wenn man heute aus dem Fenster schaut, könnte man das beinahe glauben. Es gießt wie aus Kübeln – kein Ver­gleich zu gestern.

Eigentlich wollten wir heute noch rausgehen, um herauszufinden, wie hoch die Bäume sind, die auf der Wiese und am Waldrand stehen; aber dieser Programmpunkt fällt nun leider buchstäblich ins Wasser.

Langeweile bleibt dennoch ein Fremdwort. Denn der Riesenwurm setzt sich in Bewegung.

 

Die Zeit bis zum Mittagessen verbringen wir mit allerlei Spielen; der große Renner dabei ist das Werwolf-Spiel, bei dem es darum geht, ge­meinsam die hinterhältigen Werwölfe zur Strecke zu bringen.

 

Leider ist am frühen Nachmittag unsere Zeit am Hildegardishof schon zu Ende.

Wohin geht’s im nächsten Jahr?

 

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